Die Geschichte des Sudoku: von Euler bis zu den japanischen Zeitungen

Kurz gesagt: Sudoku wurde nicht in Japan geboren: Es geht auf die „lateinischen Quadrate“ des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler aus dem 18. Jahrhundert zurück, bekam seine moderne Form in den 1970er-Jahren in den Vereinigten Staaten und wurde zum weltweiten Erfolg, nachdem es in den 1980er-Jahren in japanischen Zeitschriften veröffentlicht worden war.

Von Miguel Arechaga

Fast alle glauben, Sudoku sei eine uralte japanische Erfindung. Die Wahrheit ist weit kurioser: Das berühmteste Rätsel der Welt hat Wurzeln in der Schweiz des 18. Jahrhunderts, einen amerikanischen Vater, eine japanische Taufe und eine weltweite Explosion, die in Australien begann. Das ist die überraschende Reise, die das Sudoku zurückgelegt hat, um auf deinen Bildschirm zu gelangen.

Der mathematische Vorfahre: Eulers lateinische Quadrate

Der Samen des Sudoku liegt im Werk des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler, der im 18. Jahrhundert die sogenannten „lateinischen Quadrate“ untersuchte: Gitter, in denen jedes Symbol genau einmal pro Zeile und Spalte vorkommt. Sie waren kein Spiel, sondern ein mathematisches Studienobjekt, und ihnen fehlte die Starzutat des modernen Sudoku: die Einschränkung durch die 3x3-Blöcke. Dennoch war die Grundidee, ein Gitter ohne Wiederholung von Symbolen zu füllen, bereits da.

Der wahre Erfinder: Howard Garns

Das Sudoku, wie wir es kennen, entstand 1979, und zwar nicht in Asien, sondern in den Vereinigten Staaten. Ein pensionierter Architekt namens Howard Garns entwarf das Rätsel für Dell Magazines, wo es unter dem Namen „Number-Place“ veröffentlicht wurde. Garns fügte die entscheidende Zutat hinzu, die es besonders machte: die neun 3x3-Blöcke. Kurioserweise starb er 1989, ohne je das weltweite Phänomen gesehen zu haben, zu dem seine Schöpfung werden sollte.

Die japanische Taufe

1984 importierte der japanische Verlag Nikoli das Rätsel und veröffentlichte es unter einem langen Namen, der schließlich zu Sudoku verkürzt wurde, von „sūji wa dokushin ni kagiru“ („die Zahlen müssen einzeln bleiben“ oder freier: „jede Zahl nur einmal“). In Japan passte es perfekt: Kreuzworträtsel funktionieren mit der japanischen Schrift schlecht, deshalb fand ein Rätsel mit Zahlen ein begeistertes Publikum. Nikoli verfeinerte die Regeln und verlangte symmetrisch verteilte Vorgaben und eine eindeutige Lösung, was ihm die elegante Form gab, die es heute hat.

Die weltweite Explosion von Australien aus

Den Sprung zum weltweiten Ruhm verdankt es Wayne Gould, einem pensionierten neuseeländischen Richter, der Sudoku in einer Buchhandlung in Tokio entdeckte und daran hängen blieb. Er verbrachte Jahre damit, einen Computer so zu programmieren, dass er automatisch Sudokus erzeugte, und überzeugte 2004 die britische Zeitung Times, sie zu veröffentlichen. Der Erfolg war sofortig und explosiv: Innerhalb weniger Monate hatten Zeitungen in aller Welt eine tägliche Sudoku-Rubrik eingeführt, und von dort sprang es auf Bücher, Zeitschriften, Handys und schließlich auf Webseiten wie diese über.

Vom Papier auf den Bildschirm

Was als mathematische Kuriosität begann und durch die Seiten der Zeitungen wanderte, lebt heute vor allem in der digitalen Welt. Computer-Generatoren können unendlich viele Sudokus mit kalibriertem Schwierigkeitsgrad und garantiert eindeutiger Lösung erzeugen, etwas, das undenkbar war, als die Rätsel noch von Hand entworfen werden mussten. Genau diese Technik steckt hinter jedem Spielfeld auf MundoSudoku: frische, ausgewogene Rätsel, die sich immer mit reiner Logik lösen lassen.

Warum „Sudoku“ so geschrieben wird (und andere Kuriositäten zum Namen)

Der vollständige japanische Name, sūji wa dokushin ni kagiru, ist so lang, dass eine Abkürzung unvermeidlich war. So entstand Sudoku. Interessanterweise wurde die Marke „Sudoku“ von Nikoli in Japan eingetragen, sodass andere japanische Verlage weiterhin „Number-Place“ benutzen mussten, den ursprünglichen amerikanischen Namen. Mit anderen Worten: In seinem Adoptivland hat das Rätsel je nach Verlag zwei Namen, während der Rest der Welt ausgerechnet die verkürzte japanische Fassung übernommen hat. Ein kleines Markenwirrwarr, das erklärt, warum dasselbe Rätsel unter verschiedenen Etiketten unterwegs ist.

Wie viele verschiedene Sudokus gibt es?

Man könnte meinen, dass die Sudokus irgendwann ausgehen, aber die Mathematik sagt etwas anderes. 2005 berechneten die Forscher Bertram Felgenhauer und Frazer Jarvis die Anzahl der vollständigen, gültigen Sudoku-Gitter: mehr als 6,67 Trilliarden Kombinationen (genau gesagt 6.670.903.752.021.072.936.960). Selbst wenn man die Gitter aussortiert, die einfach Drehungen oder Spiegelungen eines anderen sind, liegt die Zahl der „wesentlich verschiedenen“ Sudokus noch bei fast 5,5 Milliarden. Praktisch heißt das: Selbst wenn du dein ganzes Leben lang Tausende Partien am Tag spieltest, würdest du nie ein Spielfeld wiederholen. Deshalb können automatische Generatoren buchstäblich unendlich viele frische Rätsel anbieten.

Die magische Zahl der Vorgaben

Eine weitere Frage, die Liebhaber fasziniert, ist die nach der Mindestanzahl an Vorgaben, damit ein Sudoku noch eine eindeutige Lösung hat. Jahrelang war das ein Geheimnis, bis 2012 ein Team irischer Forscher mit einer enormen Menge an Computerrechnung bewies, dass das Minimum bei 17 liegt: Es gibt gültige Sudokus mit 17 Vorgaben, aber keines mit 16 hat eine eindeutige Lösung. Das ist eine schöne Tatsache, die ein Tischspiel mit ernsthafter mathematischer Forschung verbindet, und ein weiterer Beweis dafür, dass hinter diesen neun Zeilen viel mehr Tiefe steckt, als man auf den ersten Blick sieht.

Ein Rätsel mit mehr als zwei Jahrhunderten Geschichte

Wenn du also das nächste Mal ein Sudoku löst, denk daran, dass du an einer Geschichte teilhast, die bei einem Schweizer Mathematikgenie beginnt, über einen Architekten aus Indiana führt, in Tokio getauft wird und von London aus die Welt erobert. Nicht schlecht für neun Zeilen mit Zahlen. Und wenn deine Neugier geweckt ist und du es wirklich meistern willst, wirf einen Blick auf unseren Leitfaden im Blog für weitere Sudoku-Tipps.

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Miguel Arechaga, Gründer von MundoSudoku

Geschrieben von Miguel Arechaga

Gründer und Entwickler von MundoSudoku. Als Liebhaber von Logikrätseln teilt er Anleitungen und Tipps, damit du jedes Spiel genießen und darin besser werden kannst.